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Wie eine Infrarotkabine fürs Pferd? Was Rotlicht wirklich macht
Rotlicht-Therapie

Wie eine Infrarotkabine fürs Pferd? Was Rotlicht wirklich macht

03.11.2026 · Redaktion Cavallo Vero

KI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

Nach einem kalten Stalltag in die Infrarotkabine oder vor die Infrarotheizung: Das kennen viele Reiter und lieben es. Kein Wunder, dass die Frage oft kommt, ob eine Rotlicht-Decke fürs Pferd so etwas Ähnliches ist. Die Antwort: Die Idee ist verwandt, die Technik dahinter aber eine andere.

Infrarotkabine, Infrarotheizung und Sauna arbeiten vor allem mit Wärme. Rotlicht-Produkte fürs Pferd wie Decke, Gurt oder Gamasche werden dagegen nur leicht warm. Sie geben Licht in zwei bestimmten Wellenlängen ab, 660 nm und 850 nm, das ins Gewebe hineinarbeitet. Hier erfährst du, was beide gemeinsam haben, worin sie sich unterscheiden und warum das fürs Pferd sogar ein Vorteil ist.

Was du an dir selbst kennst: Wärme von außen

In einer Infrarotkabine sitzen an den Wänden Wärmestrahler. Sie geben Infrarotstrahlung ab, die auf die Haut trifft und sie erwärmt. Die Luft bleibt kühler als in der finnischen Sauna, aber du spürst die Wärme deutlich, du schwitzt, und nach einer Weile wirst du ruhig und entspannt.

Eine Infrarotheizung funktioniert ähnlich. Sie wärmt nicht die Raumluft, sondern die Flächen und Körper, auf die sie strahlt. Deshalb fühlt sie sich an wie Sonne auf der Haut.

Gemeinsam ist allen drei: Das Gefühl entsteht vor allem durch Wärme, die von außen kommt. Dein Körper reagiert darauf, die Haut wird gut durchwärmt, du schwitzt und kühlst danach wieder ab.

Was beim Pferd anders läuft: Licht statt Hitze

Innenseite einer Rotlicht-Decke für Pferde mit roten LED-FeldernKI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

Rotlicht-Produkte für Pferde arbeiten mit LEDs statt mit Heizstrahlern. Diese LEDs geben Licht in einem sehr engen Farbbereich ab: sichtbares Rot mit 660 nm und Nahinfrarot mit 850 nm, das für unser Auge fast unsichtbar ist.

Die LEDs werden dabei nur leicht warm. Unter der Decke ist es angenehm, aber dein Pferd wird nicht aufgeheizt wie du in der Kabine. Die aktive Wärme ist also viel geringer.

Worum es stattdessen geht, ist das Licht selbst. Rotes Licht mit 660 nm wird eher in den oberen Gewebeschichten aufgenommen, Nahinfrarot mit 850 nm kann tiefer eindringen. Fachleute nennen das Photobiomodulation: Zellen nehmen dieses Licht auf. Die Forschung dazu läuft noch, beim Pferd wird Rotlicht deshalb begleitend eingesetzt, etwa an Ruhetagen oder nach dem Training. Wie das technisch genau funktioniert, erklärt unser Beitrag 660 nm und 850 nm einfach erklärt.

Warum wenig Hitze fürs Pferd ein Vorteil ist

Pferde regulieren ihre Körpertemperatur anders als wir. Sie haben dichtes Fell, im Winter oft sogar sehr dichtes, und sie geben Wärme vor allem über die Haut und die Atmung ab. Eine Anwendung, die stark aufheizt, würde viele Pferde ins Schwitzen bringen, und ein nass geschwitztes Pferd in einer kalten Stallgasse ist keine gute Idee.

Rotlicht kommt ohne diese Hitze aus. Die Decke liegt auf dem trockenen Fell, die LEDs leuchten, und dein Pferd steht ruhig daneben. Danach nimmst du die Decke ab und kannst es ganz normal in die Box bringen. Kein Abschwitzen, kein Trockenführen.

Auch für Beine und Sehnen ist das angenehm. Eine Rotlicht-Gamasche sitzt eng am Bein, ohne dort einen Hitzestau zu erzeugen.

Was beide trotzdem gemeinsam haben

Reiterin streichelt Pferd unter Rotlicht-Decke am Abend - rotlicht pferd wärmeKI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

So verschieden die Technik ist, das Erlebnis drumherum ähnelt sich. Bei dir ist es die Viertelstunde in der Kabine, in der du runterkommst. Bei deinem Pferd ist es die Zeit in der Stallgasse, in der es angebunden steht, die Decke auf dem Rücken trägt und du daneben putzt oder einfach da bist.

Viele Reiter erzählen, dass ihre Pferde dabei den Kopf senken, kauen und dösen. Das ist kein Beweis für eine Wirkung, aber ein schönes Zeichen dafür, dass sich das Pferd wohlfühlt.

Und genau wie bei dir gilt: Es ist ein Wohlfühlmoment und eine Ergänzung zu Bewegung, Pflege und guter Haltung. Bei Lahmheit, Wärme, Schwellung oder Schmerzen ist zuerst dein Tierarzt gefragt.

Welches Produkt passt zu welcher Stelle

Für Rücken und Bauch gibt es die Infrarot-Decke mit 215 × 119,5 cm und, je nach Modell, 320 bis 456 LEDs. Etwas kompakter ist der Infrarot-Gürtel für den Rücken mit 90 × 70 cm und 280 LEDs. Die XXL Profi Rotlicht-Matte ist für den Pferderücken gemacht und hat einen Pulsmodus mit 10 Hz.

Für Beine, Fessel und Sprunggelenk gibt es Gamaschen und Pads, für den Huf die Hufglocke. Alle Produkte arbeiten mit 660 nm und 850 nm, kabellos mit Akku und mit Timer.

So läuft eine Anwendung typischerweise ab:

  • Fell gründlich putzen, es sollte trocken sein
  • Decke oder Gurt auflegen, LED-Seite zur Haut
  • Fixiergurte schließen, Timer starten
  • dabeibleiben, nebenbei putzen oder Hufe auskratzen
  • abnehmen, kurz über das Fell streichen, fertig

Alle Modelle findest du unter Rotlicht für Pferde. Mehr zu Dauer und Grenzen steht in unserem Ratgeber Rotlichttherapie beim Pferd.

Häufige Fragen

Wird mein Pferd unter der Rotlicht-Decke warm wie in einer Sauna?

Nein. Die LEDs werden nur leicht warm. Anders als eine Infrarotkabine oder Sauna heizt die Decke dein Pferd nicht auf. Es geht um das Licht mit 660 nm und 850 nm, nicht um Hitze.

Ist eine Rotlicht-Decke dasselbe wie eine Infrarot-Wärmelampe?

Nein. Eine Wärmelampe erzeugt vor allem Wärme. LED-Rotlicht gibt Licht in zwei bestimmten Wellenlängen ab und bleibt dabei nur leicht warm.

Muss mein Pferd nach der Anwendung abgeschwitzt werden?

Nein. Weil kaum Wärme entsteht, schwitzt dein Pferd unter der Decke normalerweise nicht. Du nimmst die Decke ab und kannst es direkt zurück in die Box bringen.

Kann ich die Rotlicht-Decke auch selbst nutzen?

Unsere Produkte sind für Pferde gemacht und darauf abgestimmt. Für dich selbst gibt es eigene Angebote, etwa Infrarotkabinen oder Rotlichtgeräte für Menschen.

Fazit

Eine Rotlicht-Decke ist für dein Pferd ein Wohlfühlmoment, so wie für dich die Infrarotkabine nach einem kalten Stalltag. Der Unterschied liegt in der Technik: Statt viel Wärme von außen arbeitet das Licht mit 660 nm und 850 nm ins Gewebe hinein, und dein Pferd bleibt dabei trocken und entspannt. Das macht die Anwendung einfach, auch mitten im Winter in der Stallgasse.