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Sehnen beim Sportpferd – Belastung verstehen und Ruhetage sinnvoll gestalten
Pferdegesundheit & Pflege

Sehnen beim Sportpferd – Belastung verstehen und Ruhetage sinnvoll gestalten

03.11.2026 · Redaktion Cavallo Vero

KI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

Muskeln sieht man wachsen, Kondition merkt man nach ein paar Wochen. Sehnen dagegen arbeiten im Verborgenen. Gerade deshalb lohnt es sich zu verstehen, wie sie funktionieren und was ihnen guttut.

Die Beugesehnen gehören zu den am stärksten beanspruchten Strukturen im Pferdebein. Bei jedem Galoppsprung und jeder Landung nach einem Sprung tragen sie enorme Lasten. Mit einem durchdachten Trainingsaufbau, einem täglichen Blick auf die Beine und gut genutzten Ruhetagen kannst du viel dafür tun, dass sie lange mitmachen.

Was die Beugesehnen leisten

An der Rückseite des Röhrbeins verlaufen zwei lange Sehnen: die oberflächliche und die tiefe Beugesehne. Dazu kommt der Fesselträger, ein kräftiges Band direkt am Knochen. Zusammen sorgen sie dafür, dass der Fesselkopf beim Auffußen nicht einfach durchsackt.

Man kann sich die Sehnen wie sehr feste, leicht elastische Seile vorstellen. Beim Auffußen werden sie gedehnt und speichern dabei Energie. Beim Abfußen geben sie diese Energie zurück. Das macht die Bewegung des Pferdes so federnd und sparsam.

Diese Federwirkung hat aber Grenzen. Wird eine Sehne öfter und stärker gedehnt, als sie verkraftet, entstehen zuerst winzige Schäden in den Fasern. Die spürt man nicht, sie können sich aber summieren.

Warum Sehnen mehr Zeit brauchen als Muskeln

Infrarot-Pad von Cavallo Vero auf Pferderücken – unterstützung bei sehnen pferd belastungKI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

Muskeln sind gut durchblutet und passen sich schnell an. Wenn du dein Pferd regelmäßig trainierst, merkst du nach einigen Wochen deutliche Fortschritte.

Sehnen sind deutlich schlechter durchblutet. Sie bauen sich langsamer um und brauchen für eine Anpassung eher Monate als Wochen. Daraus entsteht ein typisches Problem: Das Pferd fühlt sich schon fit an, die Muskeln sind bereit für mehr, aber die Sehnen hinken hinterher.

Genau in dieser Phase passieren viele Überlastungen. Zum Beispiel nach einer Winterpause, wenn im Frühjahr schnell wieder Tempo und Sprünge dazukommen. Oder bei jungen Pferden, die körperlich schon viel können, deren Sehnen aber noch nicht so weit sind. Wie du Muskeln sinnvoll aufbaust, ohne die Sehnen zu überfordern, liest du in Muskelaufbau beim Pferd fördern.

Was Sehnen besonders belastet

Ein paar Faktoren tauchen immer wieder auf:

  • Tiefer, schwerer Boden, in dem das Bein beim Abfußen festgehalten wird
  • Sehr harter Boden, der Stöße kaum abfedert
  • Enge Wendungen im Tempo und viele Landungen nach Sprüngen
  • Müdigkeit am Ende einer langen Einheit, wenn die Koordination nachlässt
  • Eine unausgeglichene Hufbalance, etwa zu lange Zehen
  • Übergewicht, das jede Bewegung schwerer macht

Keiner dieser Punkte führt automatisch zu einer Verletzung. Aber je mehr zusammenkommen, desto höher die Belastung. Ein Gespräch mit deinem Hufschmied über die Balance und ein kritischer Blick auf den Reitplatz bringen oft mehr als jedes Zubehör.

Die tägliche Beinkontrolle

Tägliche Beinkontrolle am Putzplatz mit Cavallo Vero Produkten – sehnen pferd belastungKI-generiertes Beispielbild — kann von der Realität abweichen.

Die wichtigste Gewohnheit kostet dich zwei Minuten pro Tag: Fahr vor und nach dem Reiten mit der flachen Hand an allen vier Beinen entlang, vom Vorderfußwurzelgelenk bis zum Fesselkopf und hinten vom Sprunggelenk abwärts. Vergleiche immer links mit rechts.

Du achtest auf Wärme, auf Verdickungen und darauf, ob die Sehne sich wie ein glatter, fester Strang anfühlt. Wenn du das jeden Tag machst, kennst du die Beine deines Pferdes bald so gut, dass dir kleine Veränderungen sofort auffallen.

Fühlt sich eine Stelle wärmer an, ist sie dicker als auf der anderen Seite oder reagiert dein Pferd empfindlich, dann reitest du an diesem Tag nicht und rufst deinen Tierarzt an. Bei Sehnen gilt: lieber einmal zu früh als zu spät. Was bei einer Verletzung passiert und wie lange die Heilung dauert, erklärt unser Ratgeber Sehnenschaden beim Pferd.

Trainingsaufbau und gute Ruhetage

Sehnen mögen Regelmäßigkeit. Gleichmäßiges Training an vielen Tagen ist besser als wenig Bewegung unter der Woche und dann ein großer Turniertag. Plane lange Schrittphasen am Anfang und am Ende jeder Einheit ein und steigere Tempo, Sprunghöhe und Dauer in kleinen Schritten.

Ein Ruhetag heißt nicht, dass dein Pferd 24 Stunden in der Box steht. Bewegung im Schritt hält die Beine in Gang. Ein Tag auf Paddock oder Weide, ein Spaziergang an der Hand oder eine gemütliche Runde im Gelände sind ideal. Wie du die Erholung nach anstrengenden Tagen gestaltest, liest du in Pferd nach dem Training richtig regenerieren.

Viele Reiter nutzen den Ruhetag auch für ein kleines Pflegeprogramm: Beine gründlich putzen, Hufe versorgen und begleitend eine Runde mit der Rotlicht-Gamasche oder dem Infrarot-Pad, während das Pferd in der Stallgasse steht. Das ist ein Wohlfühlritual und keine Behandlung. Bei Wärme oder Schwellung bleibt der Tierarzt die erste Adresse.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mit einer Sehne etwas nicht stimmt?

Typische Hinweise sind Wärme, eine Verdickung oder Empfindlichkeit an der Rückseite des Röhrbeins, manchmal auch eine Lahmheit. Oft sind die Zeichen anfangs sehr klein. Im Zweifel lass es immer vom Tierarzt anschauen.

Helfen Gamaschen beim Reiten, die Sehnen zu schützen?

Gamaschen schützen vor Anschlagen und kleinen Verletzungen von außen. Die Belastung der Sehne beim Auffußen können sie kaum verringern. Wichtig ist auch, dass sie nicht zu warm werden.

Wie lange sollte die Schrittphase vor dem Training sein?

Viele Trainer empfehlen mindestens zehn bis fünfzehn Minuten Schritt, bei älteren Pferden oder im Winter gern länger. Wichtig ist, dass dein Pferd locker und gleichmäßig läuft, bevor es schneller wird.

Fazit

Sehnen verzeihen viel, aber sie brauchen Zeit. Wenn du langsam steigerst, auf den Boden achtest, jeden Tag die Beine abtastest und Ruhetage mit Bewegung füllst, hast du die wichtigsten Dinge in der Hand. Und wenn dir etwas komisch vorkommt, ist ein früher Anruf beim Tierarzt die beste Vorsorge, die es gibt.

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